Gebäudereiniger und Asbest

Gebäudereiniger üben eine enorm vielfältige Tätigkeit aus. Dabei kommen viele Gebäudereiniger mit einigen Stoffen in Kontakt, die durchaus gefährlich sein können. Wichtig ist dabei diese Stoffe zu kennen und zu identifizieren. Vor allem asbesthaltige Baustoffe können Gebäudereiniger in einigen Gebäuden deutlich gefährden. Wir zeigen Ihnen, wo die Gefahrenpotenziale lauern, wie Sie sich schützen und ob mit Asbest in Verbindung gebrachte Krankheiten als Berufskrankheiten anerkannt werden können.

Wo kommen Gebäudereiniger mit Asbest in Kontakt?

Gebäudereiniger kommen bei ihrer Arbeit mit vielen unterschiedlichen Stoffen und Materialien in Kontakt. Das große Problem liegt hier vor allem in sehr alten Gebäuden oder in Gebäuden, welche seit langer Zeit nicht mehr gereinigt wurden. Bei diesen Gebäuden müssen Gebäudereiniger besonders vorsichtig sein, da es an vielen Stellen asbesthaltige Materialien geben kann. Durch die mechanischen Reinigungsarbeiten können somit schnell ohne Absicht viele Asbestfasern gelöst werden, welche zu einer Gesundheitsgefahr für alle Beteiligten werden.

Wo liegen heute noch Gefahren für die Berufsgruppe?

Gebäudereiniger werden nicht nur in modernen und neuen Gebäuden eingesetzt, sondern müssen auch deutlich ältere Gebäude regelmäßig reinigen. Das bedeutet unter anderem auch, dass in diesen Gebäuden Materialien verbaut sein können, welche mit Asbest angereichert sind. Vor allem bei älteren Böden ist es sehr häufig der Fall, dass der Bodenbelag oder dessen Untergrund mit asbesthaltigen Stoffen belastet sind. Wenn hier mit mechanischen Geräten eine Reinigung durchgeführt wird, können sich die feinen Asbestfasern lösen und in die Raumluft aufsteigen. Da die Fasern klein und für das Auge unsichtbar sind, ist diese Gefahr zudem nicht ersichtlich. Die Fasern sind zudem lungengängig und können somit auf Dauer zu schweren Erkrankungen führen.

Wie kann das Asbestrisiko gesenkt werden?

Das individuelle Risiko zu senken ist gar nicht so einfach. Denn der große Nachteil der meisten asbesthaltigen Stoffe ist, dass diese nicht auf den ersten Blick einfach erkannt und identifiziert werden können. Das bedeutet, dass in allen Gebäuden, welche vor dem Jahr 1993 erbaut wurden, eine Gefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Möglichkeit das Risiko zu reduzieren ist die Nutzung von passender Schutzausrüstung. Doch das Tragen von Atemschutz, Schutzkleidung und Augenschutz ist bei den meisten Arbeiten nicht sonderlich praktisch und in den meisten Situationen nicht praktikabel. Dennoch gibt es eine Möglichkeit das Asbestrisiko zu senken.

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Eine einfachere Lösung ist das erprobte Testverfahren. Hier stehen zwei verschiedene Testverfahren zur Auswahl, welche auch von Laien problemlos eingesetzt werden können. Zum einen der Staubtest. Dieser ist dann sinnvoll, wenn Sie als Gebäudereiniger in einem alten und lange nicht mehr genutzten Gebäude tätig werden sollen. Mit einem Klebestreifen nehmen Sie den Staub im Raum auf und lassen diesen im Labor analysieren. Da sich Asbestfasern gemeinsam mit dem Staub absetzen würden, können Sie somit sehr schnell erfahren, ob die Luft im Gebäude mit Asbestfasern belastet ist. Ist dies der Fall sollten Sie dort auf keinen Fall ohne einen passenden Schutz arbeiten.

Beim zweiten Test handelt es sich um eine Materialprobe. Wenn Sie beispielsweise einen in Teilen bereits beschädigten Boden reinigen sollen, können Sie aus diesem eine Materialprobe entnehmen. Auch diese kann im Labor analysiert werden. So wissen Sie im Vorfeld genau, ob Sie ohne ein Risiko für Ihre Gesundheit arbeiten können. Denken Sie allerdings daran, dass Sie sich auch bei der Entnahme der Probe schützen sollten. Denn bei einigen Materialien kann bereits bei der Probenentnahme eine große Zahl an Asbestfasern freigesetzt werden.

Wie kann man sich bezüglich des Asbest-Risikos weiterbilden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich gezielt weiterzubilden. Die Weiterbildung nach TRGS 519 wird in der Umgangssprache auch als „Asbestschein“ bezeichnet. Es handelt sich um einen wichtigen Sachkundenachweis, welcher unter anderem benötigt wird, wenn Sie mit asbesthaltigen Stoffen arbeiten möchten. In der Branche der Gebäudereiniger ist es aufgrund der regelmäßigen Exposition mit asbesthaltigen Stoffen gar nicht so selten, dass die Unternehmen eine solche Fortbildung für ihre Mitarbeiter bezahlen. Denn während der Ausbildung lernen Sie nicht nur den korrekten Umgang mit den entsprechenden Stoffen, sondern vor allem die wichtigsten Maßnahmen des Selbstschutzes, damit Sie sicher mit diesen Stoffen umgehen können. Doch auch wenn die Firma eine solche Weiterbildung nicht finanziert kann es sinnvoll sein, den Asbestschein auf eigene Kosten zu machen. Denn der korrekte Umgang mit der entsprechenden Schutzausrüstung kann nicht nur den Arbeitsalltag erleichtern, sondern zudem auch Ihre Gesundheit und somit Ihr Leben schützen. Zudem sind Spezialisten für die Asbestsanierung noch immer sehr gefragt in Deutschland, sodass Sie durch eine solche Weiterbildung auch Ihre Chancen am Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern können.

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Werden Asbestose u.a. Folgen als Berufskrankheit anerkannt?

Grundsätzlich ist es leider nicht so, dass Asbestose und ähnliche Krankheiten bei Gebäudereinigern als Berufskrankheit anerkannt sind. Allerdings ist der Medizin bekannt, dass vor allem im Bereich der Bodenreinigung durchaus Gefahren lauern und das Asbest hier eine der größten Gefahren darstellt. Der große Vorteil liegt für Sie vor allem darin, dass die Medizin in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat. Das bedeutet unter anderem, dass durch verschiedene bildgebende Verfahren sehr einfach erkannt werden kann, ob die Erkrankungen der Lunge beispielsweise durch Ablagerungen von Asbestfasern in der Lunge ausgelöst werden. Ist dies der Fall und sind Sie aufgrund Ihres Berufs als Gebäudereiniger dementsprechend häufig mit diesen Stoffen in Kontakt gekommen, kann es dennoch zu einer Anerkennung als Berufskrankheit kommen. Wir raten in jedem Fall mit Ihrem zuständigen Arzt zu sprechen und die entsprechenden Nachweise führen zu lassen. Dies macht die Anerkennung deutlich einfacher und sorgt somit für eine bessere Versorgung.

Quellen: